Das Landeskirchliche Archiv Stuttgart spendet Atemschutzmasken

31. März 2020 | |

Das Landeskirchliche Archiv hat seine vorhandenen 40 Atemschutzmasken der Stabsstelle Bürgerliches Engagement der Stadt Stuttgart, welche diese gegenwärtig in der Corona-Krise zentral sammelt und an Arztpraxen verteilt, übergeben.

Warum verfügen Archive aber überhaupt über solche in der gegenwärtigen Zeit so wichtigen und kaum verfügbaren Schutzmasken?

Archiv und Bibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sind als landeskirchliche Einrichtungen zuständig für Archiv- und Bibliotheksgut aller kirchlichen Dienststellen, Werke, Einrichtungen und Vereine innerhalb der Landeskirche.

Da solche Stellen, insbesondere die Pfarrämter in der Regel nicht die räumlichen, personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen haben, ein eigenes Archiv zu unterhalten, bietet das Landeskirchliche Archiv die Möglichkeit, diese Archive zentral zu verwahren und zu verwalten. Der physische Zustand der einzuholenden Archive vor Ort ist unterschiedlich; nahezu bei jedem der Archive ist allerdings aufgrund der schlechten Lagerungsbedingungen mit mikrobiell kontaminiertem Material zu rechnen, und somit auch mit einer potenziellen Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter/innen, die mit der Aufgabe betraut sind, das Archiv- und Bibliotheksgut zu sichten und in das Landeskirchliche Archiv zu verbringen.

Eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung kann sich durch sensibilisierende oder toxische, aber auch durch infektiöse Wirkungen der Schimmelpilze und Bakterien ergeben.

Eine gesundheitliche Gefährdung kann zudem vom Hantavirus ausgehen, der sich über Mäuse- und Rattenkot und –urin überträgt.

Daher tragen unsere Mitarbeitenden v.a. bei Außendiensten geeignete Schutzhandschuhe nach DIN EN 455, partikelfiltrierende Schutzmasken FFP 2 bzw. FFP 3, eine Schutzbrille sowie Schutzkleidung.

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5 Jahre Archion

30. März 2020 | | ,

Die Entwicklung von Archion seit dem Start im März 2015 kann sich durchaus sehen lassen. Inzwischen sind 22 Landeskirchen mit dabei und etwa 100.000 Kirchenbücher online. Durch die Digitalisierung der Kirchenbücher und ihre Präsentation im Internet hat sich die Nutzung dieser relevanten und stark genutzten Quelle erheblich erleichtert. Die württembergische Landeskirche war ja auch von Anfang an am Start und hat an das Projekt geglaubt.  Archion nimmt den Jubel zur halben Dekade seiner Existenz auch zum Anlass für eine Rabattaktion, für alle, die die Möglichkeiten der Kirchenbuchdatenbank kennenlernen wollen. Näheres zur Rabattaktion erfahren Sie hier.

Blogbeitrag zur Geschichte des Diakonischen Werks Württemberg

25. März 2020 | |

Einen Überblick über die Geschichte des Diakonischen Werks Württemberg befindet sich nun auf Württembergische Kirchengeschichte Online. Das Diakonische Werk Württemberg besteht unter diesem Namen seit 1970 und ist aus den beiden Säulen „Landesverband der Inneren Mission in Württemberg“ und „Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Württemberg“ hervorgegangen. Der Landesverband der Inneren Mission wurde vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 gegründet, das Hilfswerk entstand nach dem Zweiten Weltkrieg im August 1945 als unmittelbare Folge von Krieg und Vertreibung. Beide Werke hatten es sich zur Aufgabe gemacht, aus christlicher Überzeugung für Notleidende zu sorgen. Unter dem Dach der Inneren Mission versammelten sich neben Vereinen und Verbänden wie z.B. der „Evangelische Verband für die weibliche Jugend“, verschiedene Einrichtungen, die aus der Kinderrettungshaus-Bewegung, der Krankenpflege oder Gefährdetenfürsorge kamen. Das Hilfswerk kümmerte sich um Flüchtlinge und Vertriebene, baute Kinder-, Jugend- und Altenheime, und versuchte Kriegsversehrten eine Perspektive durch arbeitstherapeutische Maßnahmen in speziell erbauten Versehrtenheimen zu ermöglichen. Da beide Werke in ähnlichen Arbeitsfeldern tätig waren, wurde 1950 die „Arbeitsgemeinschaft der diakonischen Werke in der Evangelischen Landeskirche Württemberg“ gegründet und somit die Weichen für eine spätere Fusion gestellt. Das Hilfswerk engagierte sich in einer Patenschaft mit der Thüringer Landeskirche, baute in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Siedlungswerk zahlreiche Wohnungen und Häuser für Flüchtlinge und Vertriebene. Zudem kamen für die in den 1960er Jahren angeworbenen Gastarbeiter Sprachkurse hinzu, die eine Integration in die westdeutsche Gesellschaft erleichtern sollten. Mit der Fusion zum Diakonischen Werk zum Jahresbeginn 1970 wurden die traditionsreichen Arbeitsgebiete der Gemeindekrankenpflege, Erziehungs-, und Altenhilfe weiter ausgebaut. Hinzu kamen die Bereiche der Betreuung von Zivildienstleistenden und Initiierung von Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeitende.

Im Dachverband des Diakonischen Werks Württemberg sind heute, im Jahr 2020, 1400 Einrichtungen angeschlossen. Dabei werden 270 000 Menschen in Beratungsstellen und Heimen betreut. Für die Hilfe bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen, die Pflege von alten und behinderten Menschen, die Betreuung von Wohnungslosen und Suchtkranken ist das Diakonische Werk Württemberg heute genauso wichtig wie damals ihre Vorgängerinstitution, die Inneren Mission, vor mehr als 100 Jahren.

Friedrich Hölderlin am Evangelischen Stift in Tübingen

20. März 2020 | |

Vor 25o Jahren wurde am 20. März 1770 der Dichter Friedrich Hölderlin in Lauffen am Neckar geboren. Mitunter vielleicht nicht mehr so in Erinnerung ist, dass Hölderlin auf Wunsch seiner Mutter, der Pfarrerstochter Johanna Christiana Heyn, Pfarrer hätte werden sollen. Und so besuchte Hölderlin von 1784 bis 1788 die Klosterschulen in Denkendorf und Maulbronn, um anschließend als Stipendiat im Stift in Tübingen Theologie zu studieren. Hölderlin sah sich jedoch mehr als Dichter, blieb aber trotz seiner starken Abneigung gegen den Theologenberuf bis 1793 am Stift, wo er Freundschaft schloss mit den späteren Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling.

Im Landeskirchlichen Archiv verwahren wir aus der Zeit mehrere Zeugnisbücher mit den Examenszeugnissen der württembergischen Kirchendiener.

Die Promotion schloss Hölderlin 1793 mit einem insgesamt guten Zeugnis als 6. Bester, zwei Plätze hinter Hegel ab. Es wird ihm unter anderem eine gute Gesundheit, ein ausgeprägtes Urteilsvermögen, eine zuverlässige Erinnerungskraft und eine leicht leserliche Schrift bescheinigt.

Die theologischen Studien hat er mit großem Erfolg betrieben, seine Predigten hält er in dezenter Vortragsweise. Bezeichnend für Hölderlins weiteren Lebensweg ist aber folgende in lateinischer Sprache gefasste Einschätzung im Zeugniseintrag: „Er pflegt beständig die Philologie, im besonderen das Griechische, die Philosophie, im besonderen Kant und die schöngeistige Literatur.“

 

Brief an den Hersteller

16. März 2020 | |

Minimax-Feuerlöschgerät. Foto: Andreas Praefcke

Foto: Andreas Praefcke

Man stelle sich vor, ein Brand bricht aus, im eigenen Haus. Man greift zum Feuerlöscher und kann den Brand löschen. Erleichterung macht sich breit. Und was folgt als nächstes? Man schreibt der Herstellerfirma des Feuerlöschers einen Brief. „Wer macht denn sowas?”, mag sich nun der ein oder andere Leser denken. Ein Mitglied der Geschäftsführung der Armen-Heilanstalt Paulinenhilfe hat 1920 genau das getan. Nachdem eine seiner angestellten Schwestern mit dem sogenannten „Minimax” einen anschwellenden Torfbrand im Heizungsraum gelöscht hatte, war einer ihrer Vorgesetzten so erfreut über den Ausgang der Situation und das gute Funktionieren des Geräts gewesen, dass er der Herstellerfirma gleich einen Brief schrieb. Darin schildert er die Situation wie folgt: „Im Erdgeschoss hatte sich Torf, der im Heizungsraum zum Trocknen aufgeschichtet worden war, entzündet und einen ganz kolosalen [sic] Rauch entwickelt. Die leitende Schwester griff sofort nach dem Minimaxapparat und hatte in der denkbar kürzesten Zeit den Rauch vertilgt und das Feuer bemeistert. Ich beehre mich daher, Ihnen im Namen des Verwaltungsrates unsere vollste Anerkennung über die Leistungsfähigkeit auszusprechen, deren glänzenden Erfolg wir nun im eigenen Haus erfahren haben.”

Während Hersteller heutzutage peinlichst darauf bedacht sind, einer Anklage wegen des Defekts oder einer vom Herstellerversprechen abweichenden Funktion eines Gerätes zu entgehen, waren die Produktnutzer früher offensichtlich sehr viel einfacher zufrieden zu stellen. Da musste das Gerät nur die versprochene Leistung erbringen und die Dankbarkeit der Nutzer war dem Hersteller gewiss. Natürlich schrieb das betreffende Verwaltungsratsmitglied die Herstellerfirma nicht ganz ohne Eigennutz an. Das nun leere Feuerlöschgerät musste wieder befüllt werden, daher erinnerte er die Produktionsfirma an ihr Versprechen einer gratis Nachfüllung. Bei so einer netten Lobeshymne können wir uns kaum vorstellen, dass der Hersteller dieser Bitte nicht nachgekommen ist.

Quelle: Ulm, Münsterbauhütte, 543

Tag der Offenen Tür gut besucht

9. März 2020 | |

Archiv und Zentralbibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg haben am vergangenen Samstag 7. März den bundesweiten Tag der Archive zum Anlass genommen, um ihre Pforten für ein breites Publikum zu öffnen und über Ihre Angebote zu informieren.

Das Interesse an dem dargebotenen Programm war groß. Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher kamen – teils aus Neugier, teils mit konkreten Fragen zu den Buch- und Archivbeständen oder zur Familienforschung.

Entsprechenden Andrang gab es bei den Führungen durch Archiv und Bibliothek sowie am Stand des Kirchenbuchportals Archion.  Eine Ausstellung präsentierte Quellen und Objekte zum Thema „Kommunikationsmedien in Zeiten von Krieg und Neubeginn“ und bei einer Lesung aus Feldpostbriefen konnte das Schicksal eines Diakons im zweiten Weltrieg nachverfolgt werden. Darüber hinaus wurden die digitalen Sammlungen der Bibliothek und das Internetportal „Württembergische Kirchengeschichte Online“ vorgestellt.

Auch die recht zahlreich erschienenen Kinder kamen auf ihre Kosten: Sie durften Papier marmorieren, in alter Schrift schreiben lernen oder den Stammbaum ihrer Familie zusammenstellen.

Allen Beteiligten hat dieser Tag Spaß gemacht.

Impressionen vom Tag der offenen Tür von Archiv und Zentralbibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Fotos: Landeskirchliches Archiv

Nachlässe und andere historisch interessante Unterlagen in Privatbesitz und was damit geschehen sollte

2. März 2020 | |

„Ich mußte mich sehr an die Hakenkreuzfahne gewöhnen, sie tat meinem Auge fast körperlich weh, und das Unnatürliche des Hitlergrußes konnte ich nur schwer auch nur einigermaßen überwinden. […] Ich habe mich oft gefragt, schon während der Kampfzeit, warum ich mich nicht zum Nationalsozialismus bekennen kann, trotzdem er so viel Gutes will und tapfere Menschen in seinen Reihen hat und viel äußeren Erfolg und gewaltige Leistungen aufweisen kann. […] Während des Jubels in Potsdam, am 21. März 1933, sah ich schmerzhaft deutlich die kommende Enttäuschung und neues Blutvergießen und mußte es in etlichen Versen niederschreiben.“

Dieser Eintrag vom September 1935 aus dem Tagebuch des Herrenberger Dekans Theodor Haug ist in einer Veröffentlichung von 2007 zu finden.[*] Inzwischen ist das Tagebuch des Dekans jedoch nicht mehr auffindbar. Dieses Beispiel spiegelt den Wert, aber auch die Problematik von privaten Nachlässen wider.

Private Nachlässe können u.a. Tagebücher und andere handschriftliche Bücher, Vortrag- und Predigtmanuskripte, Lebenserinnerungen, Zeugnisse, Korrespondenz oder Materialsammlungen zu bestimmten Themen enthalten. In Nachlässen aus jüngerer Zeit findet man auch Tonbänder, Kassetten und Dateien auf verschiedenen Datenträgern. Diese privaten Unterlagen wurden von der jeweiligen Person meist nur für persönlichen Zwecke angelegt. Vielfach können sie deshalb Informationen enthalten, die z.B. in Schreiben an offizielle Stellen nicht vorhanden sind. In privaten Unterlagen ist das Geschehen aus der Sicht der beteiligten Personen darstellt, wodurch diese Nachlässe eine wertvolle Ergänzung zur amtlichen Überlieferung sind. Unabhängig davon sind Nachlässe eine zentrale Quelle über Leben und Umfeld der jeweiligen Person und können Informationen bieten, die in amtlichen Unterlagen nicht vorliegen. Wegen ihres vielfältigen und unterschiedlichen Materials bieten Nachlässe umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten und Informationen, die die Angaben anderer Quellen ergänzen.

Bei Unterlangen in Privatbesitz besteht jedoch die Gefahr, dass sie nach Ableben der jeweiligen Person verloren gehen. Dies kann aufgrund Unkenntnis über ihren Wert geschehen, aber auch aus Unwissenheit darüber, wer diese Unterlagen übernehmen kann. Das Landeskirchliche Archiv Stuttgart übernimmt zur dauerhaften Aufbewahrung (Archivierung) Unterlagen von Privatpersonen des kirchlichen Lebens, d.h. von Personen, die für die Evangelische Landeskirche in Württemberg tätig sind bzw. waren oder mit der Landeskirche auf andere Weise verbunden sind bzw. waren. Das Landeskirchliche Archiv archiviert in erster Linie amtliche Unterlagen der Landessynode, des Oberkirchenrats und anderer landeskirchlicher Stellen, wie z.B. Dekanate oder Pfarrämter, sowie anderer kirchlicher Körperschaften und Einrichtungen. Mit der Archivierung von Nachlässen kann das Landeskirchliche Archiv die amtliche Überlieferung auf sinnvolle und wertvolle Weise ergänzen. Das Landeskirchliche Archiv übernimmt auch private Unterlagen bereits zu Lebzeiten der betroffenen Person (hier spricht man dann von „Vorlass“).

Das Landeskirchliche Archiv hat bereits im Mai 2019 einen Aufruf veröffentlicht, um Nachlässe und historische interessante Unterlagen zu erwerben und sie für die Forschung dauerhaft zu sichern. Aufgrund dieses Aufrufes konnten einige interessante Nachlässe bzw. Unterlagen übernommen werden. Unter den übernommenen Unterlagen befindet sich mit dem Stammbuch des späteren Pfarrers Jakob Ferdinand Immanuel Ruoff von ca. 1785 eine nicht nur für die personenbezogene, sondern auch für die Sozialgeschichtsforschung wertvolles Archivgut aus dem 18. Jahrhundert. Etwas jünger, nämlich aus der Zeit um 1820, aber nicht weniger interessant, ist eine zweibändige, handschriftliche Sammlung von Mathematikaufgaben samt Lösung des Pfarrers Nathanael Gottlieb Renz, der sich auch mit mechanischen Arbeiten beschäftige. Ebenfalls im 19. Jahrhundert beginnend, aber auch ins 20. Jahrhundert hineinreichend, ist der Nachlass von Alexander Friedrich und Helene Weitbrecht, der nicht nur Dokumente eines Pfarrers, sondern auch Unterlagen der Ehefrau enthält. Ein Nachlass allein aus dem 20. Jahrhundert ist der von Martin Hermann, der v.a. Schriftgut im Zusammenhang mit Hermanns Tätigkeit in der Gesangbuchkommission beinhaltet. Mit dem Nachlass von Christoph Scheytt ist eine umfangreiche Sammlung von Predigten aus dem vergangenen und vom Beginn des aktuellen Jahrhunderts überliefert. Weitere Predigten verschiedener Pfarrer aus den 1970er und 1980er Jahren wurden dem Archiv auf zahlreichen Tonbändern und Audiokassetten übergeben. Außerdem erhielt das Archiv eine umfangreiche Sammlung von Fotografien aus dem Heiligen Land aus den 1950er und 1960er Jahren.

Das Landeskirchliche Archiv ist weiterhin an Nachlässen interessiert und möchte mit diesem Aufruf darauf aufmerksam machen. Dieser Aufruf richtet sich jedoch nicht nur an Pfarrer*innen und andere, für die Landeskirche tätige oder mit ihr verbundene Personen bzw. deren Angehörige, sondern auch an andere Personen, die im Besitz solcher Nachlässe bzw. auch einzelner Teile davon sind oder andere, möglicherweise interessante historische Unterlagen mit kirchlichem Bezug besitzen.
Unterlagen, die nicht eindeutig zugeordnet werden können, wie auch handschriftliche, vom Laien nicht lesbare Bücher, können Mitarbeitenden des Archivs gerne in Augenschein nehmen und eine Empfehlung abgeben, was damit getan werden sollte.
Gedruckte Bücher, auch solche aus dem 19. und vom Anfang des 20. Jahrhunderts, sind nicht Ziel des Aufrufes.

Kontakt: Uwe Heizmann, M.A., uwe.heizmann@elk-wue.de, 0711 2149 662, Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Balinger Straße 33/1, 70567 Stuttgart

[*] Haag, Norbert: Protestantisches Milieu in der Provinz. Das württembergische Dekanat Herrenberg 1918 bis 1945. Epfendorf 2007, S. 143f.

Tag der offenen Tür

24. Februar 2020 | |

Archiv und Zentralbibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg laden am Samstag, 7. März 2020 zu einem Tag der offenen Tür ein.

Anlass ist der an diesem Wochenende bundesweit stattfindende Tag der Archive.

Das Programm steht unter dem Motto „Papierknappheit und Strahlenbrief. Kommunikation und Medien in Zeiten von Krieg und Neubeginn“.

Da sich in diesem Jahr das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal jährt, werden Medien zwischen 1939 und 1959 in einer Ausstellung mit dem Titel „Briefe, Plakate, Rundfunksendungen in Zeiten von Krieg und Neubeginn.“ genauer in den Blick genommen.
Desweiteren gibt es Führungen durch Archiv und Bibliothek und Informationen für Familienforscher durch das Kirchenbuchportal Archion. Vorgestellt werden darüber hinaus die digitalen Sammlungen der Bibliothek und das Internetportal „Württembergische Kirchengeschichte Online“.

Auch für Kinder ist ein Programm vorbereitet: Sie können selbst Papier marmorieren, in alter Schrift schreiben lernen oder den Stammbaum ihrer Familie zusammenstellen.

Wann: Samstag, 7. März 2020
13 – 17 Uhr

Wo: Archiv und Zentralbibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Balinger Str. 33/1
70567 Stuttgart-Möhringen

Infos: www.archiv.elk-wue.de
0711/2149-373
0711/2149-442

Kontakt: Andrea.Kittel@elk-wue.de

Titelbild: Letzter Tag der offenen Tür.

Fromme Accessoires. Broschen, Taschen, Kopfbedeckungen aus der Musealen Sammlung im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart

17. Februar 2020 | | ,

Unter diesem Titel ist zurzeit in den Vitrinen im Foyer des Evangelischen Oberkirchenrates in Stuttgart eine Ausstellung zu sehen.

Dinge sind vieldeutig. Optisch stehen sie für sich selbst, doch ihre Bedeutung kann meist erst durch zusätzliche Informationen und mit ihnen verknüpfte Geschichten verstanden werden. So verhält es sich auch mit den in der Ausstellung gezeigten Objekten, die im Landeskirchlichen Archiv aufbewahrt werden: Diakonissenhaube, Brautschleier, chinesisches Kindermützchen, Soldatenkappe, Strohhut, Granatkette, Wanderabzeichen…
Weshalb und wie sind sie in die Musealen Sammlung gekommen? Wo ist die Verbindung zum Profil einer kirchlichen Sammlung? Was können sie als Zeugen einer religiösen Kultur vermitteln?

Viele der präsentierten Objekte waren bereits als Exponate in Ausstellungen zu sehen: in landeskirchlichen Projekten, aber auch in Museen im ganzen Land – von Biberach bis Berlin.

Die Schau kann noch bis 30. April 2020 besichtigt werden.
Adresse: Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart. Gänsheidestraße 4, 70184 Stuttgart, Montags bis Donnerstags 9.00-16.00, Freitags bis 13.00.

Nachlass des Glasmalers Wolf-Dieter Kohler im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart

10. Februar 2020 | | , ,

Seit Ende des Jahres 2019 befindet sich der Nachlass des Glasmalers Wolf-Dieter Kohler (1928-1985) im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart. Wolf-Dieter Kohler entstammte einer Künstlerfamilie, seine Mutter, Elise Kohler, geb. Schleppe, war Tänzerin, sein Vater; Walter Kohler, war bildender Künstler und Mitbegründer der „Stuttgarter Sezession”, bei dem er auch den Beruf des bildenden Künstlers erlernte. Wolf-Dieter Kohler studierte ab 1946 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und wurde Meisterschüler von Rudolf Yelin. Bereits 1951 ließ er sich als freischaffender Künstler in Stuttgart nieder. Wolf-Dieter Kohler ist vornehmlich als Glasmaler der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in Baden-Württemberg bekannt, doch er schuf und gestaltete auch Gemälde, Mosaiken, Reliefs, Wandbehänge und Altarkreuze. Charakteristikum seines Kunstschaffens ist vor allem die Umsetzung biblischer Motive in architektonischen Zusammenhängen, gefolgt von Landschaftsmalereien in Aquarellen und Portraits in Öl.

Der Nachlass umfasst ca. 400 Entwürfe, Skizzen, Glasplatten und Dias zu den von ihm geschaffenen Kunstwerken in den einzelnen Kirchen in Württemberg und wird derzeit im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart verzeichnet.

Abbildungen: LKAS, Nachlass Wolf-Dieter Kohler. Fotografin: Dr. Anette Pelizaeus

 

Verschollene Stoffbilder im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart entdeckt

3. Februar 2020 | | ,

Schon lange hat der Verein Bibelwelten e.V. in Hassfurt/Bayern nach einem größeren Bestand biblischer Stoffbilder der Künstlerin Gisela Harupa (1919-1989) gefahndet. Harupas farbenfrohe Bilder zieren viele Kirchen und Gemeinderäume und sind abgedruckt in Schulbüchern und Arbeitshilfen für den Religionsunterricht. Auch auf Kalendern und Plakaten der Gustav-Werner- Stiftung zum Bruderhaus in Reutlingen waren sie in den Jahren 1983 bis 1994 zu sehen. Rund 80 verschiedene Motive hatte die Künstlerin zu diesem Zweck für das Bruderhaus gestaltet. Die Originalvorlagen jedoch galten bis vor kurzem als verschollen.

Durch eine Recherche im Internet stieß Doris Otminghaus vom Verein Bibelwelten e.V. auf das Online Portal des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart (wkgo.de). Dort wurde über den Bildbestand berichtet, der 1997 von den Grafischen Werkstätten der Bruderhausdiakonie an die Museale Sammlung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg abgegeben wurde.

Die Freude über die Entdeckung war groß, denn von den etwa 2.500 Stoffbildern, die Gisela Harupa innerhalb von 20 Jahren geschaffen hat, liegen bislang nur 300 als Originale vor.

Am Montag, 27. Januar kamen Doris Otminghaus und Christian Geyer nun nach Stuttgart, um die wiederentdeckten Werke persönlich in Augenschein zu nehmen.

Das Landeskirchliche Archiv ist gerade dabei, den Bestand zu digitalisieren und, wie auch andere Objekte der Musealen Sammlung, online zu stellen. Das Suchen und Finden von Objektbeständen wird dadurch extrem erleichtert und entfaltet neue Möglichkeiten, sich zu vernetzen und zu kooperieren. Das Landeskirchliche Archiv Stuttgart und der bayerische Verein Bibelwelten e.V. jedenfalls wollen den Kontakt halten, Informationen austauschen und in der Sache weiter recherchieren.

Zu Gisela Harupa:

Die 1919 in Küstrin/Oder geborene Harupa hat vor und während des Krieges die Meisterschule für Grafik in Berlin absolviert. Nach dem Krieg besuchte sie die Bibelschule in Stein und war anschließend in den Mütter-Genesungsheimen des evangelischen Bayerischen Mütterdienstes tätig. Eine Herzerkrankung zwang sie 1965 mit 46 Jahren in den Ruhestand. Zu dieser Zeit begann sie mit der Gestaltung von Stoffbildern mit biblischen Szenen.

 

Foto: Doris Otminghaus und Christian Geyer waren begeistert, vor allem von den Bildern aus dem Spätwerk von Gisela Harupa. In der Mitte Andrea Kittel vom Landeskirchlichen Archiv (Museale Sammlung).

Landespreis für Heimatforschung Baden-Württemberg 2020

27. Januar 2020 | |

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg schreibt in Zusammenarbeit mit dem Landesausschuss Heimatpflege Baden-Württemberg für 2020 den Landespreis für Heimatforschung Baden-Württemberg aus, der damit zum 39. Mal verliehen werden soll.

Mit dem Landespreis für Heimatforschung, der Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg verliehen wird, sollen beispielhafte wissenschaftliche Leistungen von Menschen gewürdigt werden, die sich ehrenamtlich mit einem Gebiet der Heimatforschung befassen, das außerhalb ihrer fachlichen Ausbildung und ihrer Berufsarbeit liegt. Es wird ein Hauptpreis mit 5.000.- € vergeben, zwei 2. Preise mit je 2.500.- €, ein Jugendförderpreis und ein Schülerpreis mit je 2.500.- €. Erstmalig wird in diesem Jahr ein Preis „Heimatforschung digital“ ausgelobt, der ebenfalls mit 2.500 € dotiert ist.

Weitere Informationen sowie das Bewerbungsformular finden Sie im Internet unter www.landespreis-fuer-heimatforschung.de.

Neuer Archivscanner im Einsatz

20. Januar 2020 | | ,

Seit Dezember letzten Jahres hat das Landeskirchliche Archiv eine neue multifunktionale Scanstation im Einsatz. Mit dem kamerabasierten Archivscanner können neben Büchern, Akten, Plänen und Fotos auch anspruchsvollere Materialien wie Dias, Glasplattennegative, überformatige Bilder oder dreidimensionale Objekte aus der musealen Sammlung des Archivs digitalisiert werden. Ziel ist dabei zum einen, häufig genutzte oder aus konservatorischer Hinsicht gefährdete Unterlagen in kleineren Mengen eigenständig digital zu sichern, und zum anderen Vorlagen für Archivbenutzer „on demand“ zu digitalisieren. Auch für die eigene Öffentlichkeitsarbeit können nun von nahezu allen im Archiv vorhandenen Materialien digitale Reproduktionen angefertigt werden.

Partner im Ernstfall: Landeskirchliches Archiv und Zentralbibliothek im Notfallverbund Stuttgart

10. Januar 2020 | |

Was passiert in einem Archiv, wenn die Feuerwehr die Flammen gelöscht hat? Sicher erinnern Sie sich an die Bilder vom Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar oder dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln. Schnell musste gehandelt werden, um Archivalien, Bücher, Fotos und museale Objekte zu bergen und provisorisch zu versorgen. Damit wir, die Mitarbeiter von Landeskirchlichem Archiv und Zentralbibliothek, im Ernstfall sofort handeln können, haben wir uns starke Partner gesucht: und uns dem Notfallverbund Stuttgart angeschlossen. Einen ersten Eindruck, wie eine solche Bergung laufen sollte, haben wir bei der Feuerwehrübung in der Staatsgalerie Stuttgart miterlebt. In den nächsten Wochen werden wir für unser Haus einen Notfallplan erstellen, in dem z.B. geregelt wird, welche Medien zuerst geborgen werden sollten, welche Materialien man dazu braucht oder in welchem Kühlhaus die beschädigten Objekten bis zur Restaurierung gelagert werden können. Auch eine Notfallkiste wird bestückt und ein Materiallager angelegt werden. Schließlich werden alle Mitarbeiter geschult.

Auch wenn wir hoffen, dass es nie zu so einem Notfall kommt, ist es doch besser vorbereitet zu sein!

Weihnachtskrippen aus Papier

23. Dezember 2019 | |

Im Lauf des 19. Jahrhunderts fanden Weihnachtskrippen allmählich auch in evangelischen Häusern Verbreitung. Wer sich geschnitzte Figuren nicht leisten konnte, musste auf die Visualisierung des weihnachtlichen Geschehens nicht verzichten. „Armeleutekrippen“ waren aus Papier gefertigt – zunächst selbst bemalt, ausgeschnitten, und mit einem Hölzchen hinterklebt, später auch aus gedruckten Bilderbögen, in ähnlicher Weise gefertigt.

Durch Fortschritte in der Drucktechnik kamen bald auch aufwändig gestaltete Papierkrippen zu erschwinglichen Preisen auf den Markt. Faltkrippen in Kulissenform ließen die gedruckten Bilder plastisch werden und hatten nebenbei den Vorteil, nach dem Fest nicht viel Lagerplatz zu beanspruchen.

Die hier gezeigte Faltkrippe (Chromolithografie mit Prägedruck, um 1900) stammt aus den Beständen der musealen Sammlung im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart. Eine hinter der Krippe aufgestellte Kerze treibt das Flügelrad an, wodurch Engel das Kind in der Krippe umschweben.

Ein Weihnachtsbaum für die Frontsoldaten

16. Dezember 2019 | | ,

Der Brauch einen Christbaum aufzustellen kam schon im 16. Jahrhundert auf und verbreitete sich über die adeligen Höfe.

Weihnachtsbaum in Feldpostpäckchen, 1914-1918. Foto: Landeskirchliches Archiv Stuttgart.

Im 19. Jahrhundert wurde der lichtergeschmückte Tannenbaum schließlich zum Mittelpunkt der bürgerlich-evangelischen Familienweihnacht. Das Grün des Weihnachtsaumes symbolisiert die immerwährende Liebe Gottes. Die Lichter verweisen auf das „Licht der Welt“, das mit der Geburt Christi aufgeht.

Dieses Licht sollte auch den Soldaten im ersten Weltkrieg scheinen. In kleinen Feldpostpäckchen konnten Familien ihren Angehörigen ein Weihnachtsbäumchen an die Front schicken.

Ein Exemplar dieser Rarität befindet sich in der Musealen Sammlung des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart.

Die Illustration auf dem Päckchen zeigt eine Weihnachtsfeier zu Hause (ohne Vater) und eine Weihnachtsfeier der Soldaten im Feld mit Bäumchen, darüber ein gemeinsamer Sternenhimmel.

„Was bringt die Feldpost heute? Hurrah!

Ein Weihnachtsgruß aus der Heimat ist da:

Euch starken Wächtern in Sturm und Graus

Von uns, die friedlich wohnen im Haus.

Wir wollen dies Jahr keine Weihnachtsgaben.

Ihr Lieben, Tapfern, ihr sollt sie haben.

 

Und spüren, wie wir zur heiligen Nacht

In Dank und Treue an euch gedacht.

Gott sei die Ehre! Er lasse auf Erden

Allüberall bald wieder Frieden werden.

Otto Gittinger

Neu in der Museumslandschaft Württembergs: Das Christbaumständermuseum in Lienzingen

10. Dezember 2019 | |

In Lienzingen ist in den letzten Monaten das wohl erste und einzige Museum für Christbaumständer weltweit entstanden. Ab Samstag, 23. November ist das kleine aber feine Museum jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen gibt es jeweils sonntags um 15 Uhr.

Zur Eröffnung am 22. November hat die Sammlerin Heidi Schwarz ihre Sammlung noch einmal symbolisch an Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider übergeben.

Zunächst werden in der Dauerausstellung im Fachwerkgebäude des ehemaligen Rathauses in der Friedenstraße rund 350 Christbaumständer zu sehen sein. Ab dem nächsten Jahr sollen Sonderausstellungen folgen, denn nicht für alle bestaunenswerten Objekte ist von Anfang an Platz. „Um so schöner ist es“, freut sich die zuständige Amtsleiterin Johanna Bächle, „dass wir die Besucher über Jahre mit immer wieder neuen Objekten werden überraschen können.“ Zum historischen Hintergrund können die Besucher des Museums auf Tablets an den Wänden nähere Informationen selbst aufrufen.

Nähere Informationen findet man auch auf Günter Bächles Weblog. Den Museumsflyer finden Sie hier.

Lienzingen ist ein Teilort von Mühlacker. Am kommenden Wochenende (Sa, 14.12.2019, 15:00 – 22:30 Uhr, So, 15.12.2019, 11:00  – 20:00 Uhr) finden dort wie jedes Jahr die sogenannten Weihnachts-Gaden statt, ein Weihnachtsmarkt in der historischen Kulisse der Lienzinger Kirchenburg.

Weihnachten – das Fest der Gaben

3. Dezember 2019 | |

Vom 29. November 2019 bis 31. Januar 2020 ist im Foyer des Dienstgebäudes des Evangelischen Oberkirchenrates in Stuttgart in der Gänsheide Straße 2 wieder eine neue Ausstellung zu sehen: 

Weihnachten – das Fest der Gaben

Weihnachten ist ein Fest des Schenkens und der Gaben. Jenseits des allgemein gebräuchlichen Konsums steht in der Ausstellung die eigentliche Botschaft von Weihnachten im Mittelpunkt: Gott schenkt uns seinen Sohn und damit sich selbst.

Beschenkt werden und Schenken gehören zusammen. In den bildlichen Darstellungen der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem sind es die Figuren der drei Könige, die dem „neuen König“ huldigen und ihre Gaben darbringen: Weihrauch, Myrrhe und Gold. Im Neuen Testament werden sie nicht als „Könige“ bezeichnet, auch gibt es keine Angabe über ihre Anzahl. Diese Angaben entstammen einer umfangreichen Legendenbildung, die im 3. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Seit dem 9. Jh. tragen sie die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar. In der christlichen Kunst des Mittelalters und der Renaissance entwickelten sich die drei Könige zu Repräsentanten der damals bekannten drei Erdteile Europa, Afrika und Asien. Damit soll betont werden: Die Geburt Jesus Christi ist ein Geschenk an alle Menschen, weltweit. Die Ausstellung spannt daher den Bogen weiter und zeigt Beispiele, wie Weihnachten in anderen Teilen der Welt gefeiert wird, etwa in Kamerun, in einer Schule in Südindien und in einem Flüchtlingslager in Nord-Kenia für Menschen aus dem Südsudan.

In der Mitte der Ausstellung steht eine prunkvoll geschnitzte Kiste, gefüllt mit Weihrauch –  ein Geschenk von Vertretern des Sultanats Oman an Landesbischof July, das anlässlich eines Besuchs im Jahr 2013 übereicht wurde. Wer etwas sehr Wertvolles gibt, zeigt Wertschätzung. Mittlerweile hat sich eine innige Beziehung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zum Oman entwickelt.  So wurde für Theologiestudierende aus Deutschland und dem Oman ein Austauschprogramm ins Leben gerufen. In dem islamischen Land herrscht Religionsfreiheit, Christen dürfen ungehindert Gottesdienste feiern und Kirchen bauen.

Die Weihrauchkiste ist ein Beleg für den symbolischen Gehalt von Gaben. Sie bezeugen den Wunsch nach freundschaftlichen und friedlichen Begegnungen – eine wesentliche Voraussetzung für Völkerverständigung und Ökumene.

Die Objekte stammen aus der Musealen Sammlung im Landeskirchlichen Archiv, von der Basler Mission Deutscher Zweig und vom Bischofsbüro.

Das Pfarramt und seine gesellschaftliche Funktion im Ersten Weltkrieg im Spiegel der historischen Überlieferung

26. November 2019 | |

Die Sichtung des neu ins Landeskirchliche Archiv Stuttgart eingeholten Pfarramts Lichtenwald (Hegenlohe und Thomashardt) brachte unter anderem verschiedene Unterlagen und Materialien aus der Zeit des ersten Weltkrieges zu Tage. Genuin dem Bereich der Seelsorge und Fürsorge für die Gemeindeglieder zuzuordnen sind verschiedene fortlaufend geführte Auflistungen von zum Kriegsdienst eingezogenen Männern der Gemeinde, mit den jeweiligen Feldpostadressen und ähnlichen Informationen. Zu den Gefallenen wurden besondere Erkundigungen eingeholt, die sich in manchmal eine ganze Seite füllenden, handschriftlich angefertigten Lebensläufen niedergeschlagen haben. Dazu wurden verschiedene Hefte angelegt. Dass das Pfarramt aber darüber hinaus als Schnittstelle zwischen staatlichen, nichtstaatlichen und semistaatlichen Organisationen und der lokalen Bevölkerung als Zielgruppe fungierte beweisen allerdings die zahlreichen Aufrufe, Bekanntmachungen, Handzettel, Formulare und ähnliche Unterlagen, die den größten Teil der Überlieferung ausmachen. Eigentlich fremder Provenienz schien ihre Aufbewahrung ebenfalls sinnvoll, da sie einen Querschnitt über solcherart spezifische Druckwerke von 1915 bis 1918 liefert. Es handelt sich dabei um die zahlreiche Bitten zur Zeichnung der verschiedenen Kriegsanleihen, zur Goldablieferung, zur Windelwoche, zu Spenden für die verschiedensten Soldatenhilfsstellen. Die wirtschaftliche Situation wird deutlich an den vielerlei Druckwerken und Plakaten, die Anweisungen geben, um dem Mangel entgegenzuwirken, wie etwa Anleitungen zum eigenständigen Gemüseanbau oder zum Sparen von Seife. Offenbar sah man hier nicht nur das Rathaus sondern auch das Pfarrhaus als wichtigen Partner, die Menschen vor Ort zu erreichen.

Von der Urkunde zur Datenbank – Aufbau eines digitalen Langzeitarchivs für die Diözesen und Landeskirchen in Baden-Württemberg

25. November 2019 | |

Wie alle Mitarbeitenden der kirchlichen Verwaltung stehen auch die Kirchenarchivarinnen und -archivare vor den Herausforderungen der Digitalisierung. Die Kirchenarchive müssen sich angesichts von einer Vielzahl von digitalen Daten, die in Form von Fachverfahren, Dateiablagen und der E-Akte vorliegen, die Frage stellen, wie digitale Daten übernommen, bewertet und aufbewahrt werden können. Dabei stehen sie vor der Herausforderung, die digitalen Daten trotz einer Vielzahl von technischen Veränderungen und Neuerungen für die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte lesbar und benutzbar zu erhalten. Um ihrem rechtlichen und kulturellen Auftrag auch in Zukunft gerecht werden zu können, müssen die Kirchenarchive ein digitales Langzeitarchiv betreiben.

Schnell wurde dabei deutlich, dass sich ein Projekt zum Aufbau eines digitalen Langzeitarchivs ideal für eine Kooperation zwischen dem Erzbischöflichen Archiv Freiburg, dem Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe, dem Diözesanarchiv Rottenburg und dem Landeskirchlichen Archiv Stuttgart eignen würde. Die Kommunal- und Universitätsarchive hatten es bereits vorgemacht und sich im Verbund einer Kooperation mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg angeschlossen.

Auch die kirchlichen Archive kamen zur Übereinkunft, dass das Landesarchiv Baden-Württemberg ein idealer Partner für die Digitale Langzeitarchivierung darstellte. Das Landesarchiv entwickelte bereits 2006 das Archivierungssystem DIMAG (DIgitales MAGazin). Seit 2010 wird das System in einem Entwicklungsverbund, dem die Landesarchive Baden-Württemberg und Hessen, die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und das Digitale Archiv Nord angehören, gemäß internationalen Standards kontinuierlich weiterentwickelt. Neben der Expertise des Landesarchivs und der bewiesenen Leistungsfähigkeit des Produkts, war eine starke Community und die öffentliche Trägerschaft ein entscheidendes Argument für DIMAG. Beides bürgt dafür, dass die Weiterentwicklung von DIMAG langfristig sichergestellt wird und die kirchlichen Archive einen dauerhaften Kooperationspartner gewinnen konnten.

Für die Auswahl eines Rechenzentrums zur Bereitstellung der technischen Infrastruktur bot sich mit dem Kirchlichen Rechenzentrum Südwestdeutschland in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe (KRZ SWD) ein idealer Partner an. Entscheidende Faktoren für das Kirchliche Rechenzentrum sind neben der kirchlichen Trägerschaft das kostengünstige und qualitätsvolle Angebot und die redundante Sicherung der Daten an zwei verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg.

Zusammen mit den kirchlichen Partnern, dem Landesarchiv Baden-Württemberg und dem Kirchlichen Rechenzentrum wurde somit eine Infrastruktur geschaffen, die die Grundlage bildet, dass elektronische Informationsobjekte nun sicher und dauerhaft aufbewahrt und genutzt werden können.

Predigten im Pfarrarchiv von Lichtenwald

18. November 2019 | | ,

Bei der Einholung des Pfarrarchivs von Lichtenwald (ehemals Hegenlohe), das inzwischen als Bestand im Landeskirchlichen Archiv lagert, befand sich unter den Unterlagen ein Umschlag, der ein zunächst schwer einzuordnendes Konvolut älterer Schriftstücke und Hefte enthielt. Wie sich bei näherer Begutachtung ergab, handelte es sich hierbei, um eine Sammlung von Beerdigungspredigten und einem kleineren Heiligenlagerbuch aus dem 17. Jahrhundert, das mit den Predigten in keinem Zusammenhang steht. Die Predigtsammlung setzt sich einerseits aus 46 Beerdigungspredigten des Dekans von Niederstetten Christoph Michael Cranz (1718-1786) zusammen, die dieser von 1778 bis 1780 in Niederstetten gehalten hat. Der zweite Teil besteht aus weit über hundert Predigten des Hegenloher Pfarrers Albert Stähle (1801-1867), die dieser während seiner gesamten Amtszeit dort (1834-1849) gehalten hat. Die Predigten beinhalten jeweils mehr oder weniger umfangreiche Lebensläufe der damaligen Ortsbewohner. Dass sich die Predigten von Dekan Cranz in Lichtenwald befanden, scheint seine Ursache darin zu haben, dass Stähle sie vermutlich als Vorlage für seine eigenen Predigtvorbereitungen nutzte. Cranz war der Großvater von Stähles Frau. Zudem war Stähle 1823/24 Pfarrverweser in Niederstetten. Die Predigten müssen über die Familie seiner Frau in seinen Besitz gekommen sein. Solche Predigtüberlieferungen sind nicht uninteressant, da sich diese Quellengattung normalerweise nicht in den amtlichen Überlieferungen von Pfarrämtern findet. Inhaltlich gesehen hat man hier auch einen breiten Querschnitt der Lebensläufe der Bewohner der beiden Orte.

Nachlass Christoph Scheytt

11. November 2019 | | ,

Als Reaktion auf unseren Aufruf zur Übernahme von historischen Unterlagen in Privatbesitz fand u.a. der Nachlass von Christoph Scheytt im Juni 2019 seinen Weg ins Landeskirchliche Archiv und wurde unter der Signatur LKAS, D 102 verzeichnet.

Johannes Christoph Scheytt wurde am 25.10.1928 in Murrhardt geboren. Von 1935 bis 1938 besuchte er die Volksschule, danach die Oberschule in Murrhardt. 1944 wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen und u.a. in Berlin eingesetzt. Im April 1945 desertierten er und ein Kamerad und schlugen sich nach Süddeutschland durch. – Die Geschichte dieser Flucht hat Christoph Scheytt 2013 in dem Buch „Wohin wir gehen. Geschichte einer Fahnenflucht.“ Veröffentlicht. Dieses Buch lag dem Nachlass bei und wurde an die Landeskirchliche Zentralbibliothek abgegeben. – Von September 1945 bis Juli 1946 besuchte Christoph Scheytt das evangelisch-theologische Seminar in Blaubeuren. Im Oktober 1946 begann er sein Studium am Evangelischen Stift in Tübingen. Nach bestandener erster evangelisch-theologischer Dienstprüfung im Frühjahr 1951 wurde er am 26.03.1951 in Murrhardt ordiniert. Vom 01.04.1951 bis 21.01.1952 war er Vikar in Wendlingen, vom 22.01.1952 bis 31.07.1952 Pfarrverweser in Tumlingen, vom 01.08.1952 bis 21.07.1954 Pfarrverweser in Waldstetten. Im Mai 1953 legte er die zweite evangelisch-theologische Dienstprüfung ab. Vom 22.07.1954 bis 14.11.1961 war er Pfarrer in Waldstetten, vom 15.11.1961 bis 31.10.1970 hatte er die zweite Pfarrstelle in Waiblingen inne, am 01.11.1970 übernahm er die erste Krankenhauspfarrstelle in Ulm. In den 1980ern war er außerdem Teilprojektleiter im Sonderforschungsgebiet 129 der Universität Ulm („Sozialwissenschaftliche und psychophysiologische Analysen psychotherapeutischer Prozesse“), das Seelsorgegespräche mit todkranken Patienten untersuchte. Am 01.06.1993 trat er in den Ruhestand. Er verstarb am 07.02.2019 in Esslingen am Neckar.

Er war seit 1953 verheiratet und hatte sechs Kinder.

Als Pfarrer in Waldstetten war mit verantwortlich für den Bau der Erlöserkirche, der ersten evangelischen Kirche im sonst katholisch geprägten Ort. Die Kirche wurde am 14.09.1958 eingeweiht. Das erste Kind, das in der neuen Kirche getauft wurde, war eine seiner Töchter.

Der Bestand besteht größtenteils aus Predigten, die Scheytt in seiner Pfarrei, aber auch außerhalb gehalten hat. Auch aus der Zeit seines Ruhestandes sind viele Predigten vorhanden. Die Predigten sind zum einen nach Ereignissen (Taufe, Hochzeit, Beerdigung u.a.) geordnet. Hier ist eine chronologische Ordnung vorhanden. Zum anderen sind die Predigten nach Bibelstellen und somit nicht chronologische geordnet. Eine Verzeichnungseinheit lässt überhaupt kein Ordnungssystem erkennen. Viele der eigenen Predigten hat Scheytt nur in Stenografie verfasst, was die Auswertung deutlich erschweren würde. In Verzeichnungseinheit Nr. 15 ist die Predigt am 12.03.1967 sowohl in Stenografie, als auch als Abschrift vorhanden, was den Zugang evtl. erleichtert. Die meisten Predigten sind Scheytts eigene Predigten. Er hat aber auch Predigten anderer gesammelt. So sind v.a. vom Reutlinger Prälaten Theophil Askani etliche Predigten vorhanden.

Neben den Predigten sind noch Terminkalender aus den Jahren 1955 bis 2013 vorhanden, leider auch größtenteils mit stenografischen Einträgen, sowie Sammlung zur beruflichen Biografie, persönliche Zeugnisse und vereinzelte dienstliche Unterlagen. Außerdem sind aus dem Sonderforschungsgebiet 129 ebenfalls Unterlagen vorhanden, wenn auch nur – dem ersten Eindruckt nach – fragmentarisch.

14.11.2019 – Ausstellungseröffnung “Pflegen – Fördern – Da sein: 100 Jahre Evangelischer Verein Fellbach”

4. November 2019 | |

Das StadtMuseum Fellbach feiert das 100-jährige Bestehen des Evangelischen Vereins Fellbach e. V. mit einer Sonderausstellung. In einer Zeitreise geht es zurück zu den Anfängen von Kindererziehung und Krankenpflege im Fellbach des frühen 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung ist bis 31. März 2020 zu sehen.

Veranstaltungsort:
StadtMuseum Fellbach
Hintere Straße
70734 Fellbach

Veranstalter:
StadtMuseum Fellbach in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Verein Fellbach e. V.
Hintere Straße
70734 Fellbach

Den Ausstellungsflyer finden Sie hier: Ausstellung_EVF_Flyer

Tagung: 200 Jahre Korntal – Eine pietistische Gemeindegründung und ihr Umfeld

29. Oktober 2019 | |

Ansicht von Korntal in den Jahren nach der Gründung, 1820 Stadtmuseum Ludwigsburg

Vom 14. bis 16. November findet in der Stadthalle Korntal(Martin-Luther-Straße 32, 70825 Korntal-Münchingen) eine Tagung zum Thema 200 Jahre Korntal statt. Die Tagung wendet sich nicht nur an ein wissenschaftliches Publikum, sondern auch an die interessierte Öffentlichkeit. Die Veranstaltung ist kostenlos. Veranstalter ist das Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen in Kooperation mit der Stadt Korntal-Münchingen und der Brüdergemeinde Korntal. Die Vorträge und Diskussionen gehen den historischen Voraussetzungen des pietistischen Gemeindeexperiments Korntal und den Fragen seiner konkreten Umsetzung nach. Dabei werden auch kulturgeschichtliche Aspekte in den Blick genommen und über Korntal hinaus nach vergleichbaren religiösen Niederlassungen Ausschau gehalten. Den Flyer mit ausführlichem Tagungsprogramm finden Sie hier.

Die Ausstattung der Georgskirche in Sontheim an der Brenz

23. Oktober 2019 | | , ,

Am 9. Oktober hielt die Mitarbeiterin für die Kircheninventarisierung des Landeskirchlichen Archivs, Frau Dr. Anette Pelizaeus, einen gut besuchten Vortrag in der Georgskirche in Sontheim an der Brenz. Die Kirche wurde erst vor kurzem neu restauriert, so dass die Emporen- und Deckenmalereien nun wieder erheblich besser sichtbar sind und man Details erkennt, die vorher kaum mehr zu sehen waren.

Der Ort Sontheim an der Brenz war ursprünglich kirchliches Filial von Brenz, besaß also anfänglich keine eigene Kirche. Erst im Zuge der Reformation, und zwar, um genau zu sein, 1564 entstand eine eigene Pfarrei und im 17. Jahrhundert wurde eine erste Kirche mit quadratischem Turm errichtet. Dieser Turm wurde in den barocken Kirchenneubau von 1716 bis 1722 integriert. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurden die Emporen vergrößert und der Aufgang zu diesen nach außen verlegt.

Der Vortrag der Kunsthistorikerin hatte weniger die Baugeschichte der Pfarrkirche zum Inhalt als vielmehr die Ausstattungsstücke des 18. Jahrhunderts, zu denen der Altar, das Altarkreuz, die Kanzel, die Orgel zu zählen sind, aber insbesondere die Bemalungen der Emporenbrüstungen und die Deckenmalereien, geschaffen von Gottfried Ensslin aus Heidenheim, hervortreten, da sie von hoher künstlerischer Qualität sind. Alle Malereien haben biblische Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zum Thema, die drei Medaillons der Emporenbrüstungen zeigen auf der Westseite die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor, das Pfingstwunder und den auferstandenen Christus und auf der gegenüberliegenden Seite die Taufe Christi, das Hl. Abendmahl und die Doppelszene mit Mose auf dem Berge Sinai und Christus am Kreuz auf Golgota. Die drei Deckengemälde haben die Trinität, die Auferstehung und Himmelfahrt Christi zum Thema. Zum besseren Verständnis der Darstellungen wurden Im Vortrag jeweils die biblischen Szenen aus der Bibel vorgetragen und dann die Beschreibungen angeschlossen, so dass die Bildwerke theologisch und kunsthistorisch betrachtet und erschlossen werden konnten.

 

Heizung in der Kirche?

17. Oktober 2019 | |

Kirchen waren lange Zeit nicht beheizt. Wer es sich leisten konnte, brachte einen kleinen Kirchenbank-Ofen mit glühenden Kohlen zum Gottesdienst mit und stellte ihn unter die Bank zum Wärmen der Füße. In der Musealen Sammlung im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart befinden sich zwei Exemplare dieser tragbaren Wärmequellen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen sogenannte Mantelöfen auf, die von Metallgießereien speziell für Kirchen produziert wurden und im Ruf standen, leistungsstark und preiswert zu sein. Diese Neuerungen in der Kirchenausstattung wurden vielerorts gerne aufgegriffen. Produktkataloge und technische Zeichnungen solcher Öfen finden sich in vielen Pfarrarchiven.

Doch bis heute ist das Heizen in den Kirchen ein kritischer Punkt. Die Gottesdienstgemeinde will es behaglich, eine Überhitzung tut jedoch dem historischen Inventar nicht gut und ist zudem teuer. Mittlerweile ist man vielerorts wieder auf das Beheizen der Kirchenbänke gekommen. Schließlich muss ja nicht die ganze Kirche warm, sondern nur den Besuchern nicht kalt sein.

Schreiben des Königl. Württ. Hüttenwerks Wasseralfingen an die Ev. Kirchenpflege Spraitbach/OA Gmünd mit Produktwerbung für „Kirchen-Öfen“, 1902 (Inv. Nr. 19.047-04).

 

Produktkatalog des Königl. Württ. Hüttenwerks Wasseralfingen, 1901 (Inv. Nr. 19.047-01).

Kirchenbank-Ofen mit Kohleeinsatz, um 1850. Landeskirchliches Archiv Stuttgart, (Inv. Nr. 07.534).

Nachlass Familie Stahl

10. Oktober 2019 | | ,

In den letzten vier Wochen absolvierte der Tübinger Geschichtsstudent Elia Schilling ein Praktikum im Landeskirchlichen Archiv. In dieser Zeit verzeichnete er den Nachlass der Familie Stahl. Heinrich Stahl (1875–1954) war Missionar der Basler Mission in Kamerun, seine Söhne Heinrich (1905–1945) und Gerhard (1907–1947) wurden beide Pfarrer in Württemberg; Heinrich 1932–38 in Adelberg (Dek. Göppingen) und 1938–45 in Stammheim (Dek. Ludwigsburg), Gerhard 1936–47 in Warmbronn (Dek. Leonberg).

Im Bestand finden sich zahlreiche Predigten, Korrespondenzen, unter anderem Briefe von kamerunischen Freunden der Familie, Tagebücher, Vorlesungsmitschriften aus der Studienzeit, eine Belobungs-Urkunde aus der Schulzeit des Vaters Heinrich und vieles mehr.

Der Bestand ist unter der Signatur D104 verzeichnet. Das Archivinventar wird unter wkgo abrufbar sein.

Weitere Kirchen Stuttgarter Kirchen auf Kirchen-Online

2. Oktober 2019 | | ,

Nikodemuskirche Stuttgart-Botnang. Foto: Andreas Keller

Die Website www.kirchen-online.com wurde aktuell wieder um zehn weitere Kirchen erweitert, mit einem Schwerpunkt auf Kirchen Stuttgarter Vororte: Botnang: Auferstehungskirche, Nikodemuskirche & Schlosskapelle Solitude Degerloch · Versöhnungskirche Hedelfingen · St. Markus Möhringen · St. Hedwig. Außerdem wurde aus dem Bereich der württembergischen Landeskirche auch einBeitrag zur Martinskirche in Metzingen neu eingestellt.

Vortrag über Gächingen im 17. Jahrhundert

24. September 2019 | |

Der Mitarbeiter des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart Dr. Bertram Fink hält im Rahmen des Festwochenendes der evangelischen Kirchengemeinde Gächingen (400 Jahre St. Georgskirche Gächingen) einen Vortrag mit dem Titel “Gächingen im 17. Jahrhundert. Dreißigjähriger Krieg und Wiederaufbau”. Der Dreißigjährige Krieg war besonders für Württemberg eine Katastrophe mit gravierenden demographischen und ökonomischen Folgen. Der promovierte Historiker und Diplom-Archivar versucht das zeitgenössische Szenario in seinem Vortrag auf lokaler Ebene nachzuzeichnen. Der historische Vortrag findet um 16.00 im Rahmen des Festprogramms statt.