Artikel in Veranstaltung

Fotografien württembergischer Templer

1. Juli 2022 | | ,

Vorgestern, am 29. Juni, wurde in der Hirschwirtscheuer in Künzelsau die Ausstellung “Die neue Heimat im Heiligen Land. Fotografien württembergischer Templer 1868-1948” eröffnet. In der Ausstellung werden Fotografien gezeigt, die von Mitgliedern der Tempelgesellschaft im letzten Drittel des 19. und ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Palästina, dem heutigen Israel angefertigt wurden. Die Fotografien zeigen die Begegnung der Kulturen, Szenen des Alltagslebens, der Freizeitgestaltung, der handwerklichen und wirtschaftlichen Tätigkeiten, des Vereinslebens, sowie des spezifischen Gemeindelebens in den Siedlungen, die diese Glaubensbewegung mit protestantischen und meistens württembergischen Wurzeln im Heiligen Land gegründet hat. Der größte Teil der Fotografien stammt aus der persönlichen Sammlung des Historikers Alex Carmel (1931-2002). Ergänzt wurde die Schau mit Fotografien aus den Beständen des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart.

Die Begrüßung erfolgte durch die Direktorin der Sammlung Würth C. Sylvia Weber. Grußworte sprachen Jörg Klingbeil, der Gebietsleiter der Tempelgesellschaft, sowie Professor Reinhold Würth, der die Ausstellung überhaupt erst ermöglicht hatte. Zur Ausstellung sprachen die Kuratoren Dr. Jakob Eisler, Mitarbeiter im Landeskirchlichen Archiv,  und Dr. Nurit Carmel, Tochter von Alex Carmel, die sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit der Thematik historischer Aufnahmen Palästinas beschäftigt.

Das Landeskirchliche Archiv wurde in den Grußworten verschiedentlich erwähnt, nicht zuletzt deshalb, da das hochinteressante Archiv der Tempelgesellschaft in Zukunft dort verwahrt werden wird.

Die Ausstellungseröffnung war mit etwa 170 Personen sehr gut besucht. In aller Ruhe konnte man danach die faszinierenden Aufnahmen betrachten, in diese vergangene Welt eintauchen, für eine Weile die Krisen der Gegenwart vergessen, und sich bei bestem sommerlichen Wetter danach draußen an den Stehtischen über das Gesehene und Gehörte austauschen.

Die Ausstellung wird noch bis zum Januar 2023 zu sehen sein. Ein Katalog ist erschienen.

 

Verabschiedung von Prof. Dr. Norbert Haag

19. Mai 2022 | |

Am Nachmittag des 6. Mai fand in den Räumlichkeiten des Landeskirchlichen Archivs die Verabschiedung unseres langjährigen Archivleiters statt. Zahlreiche Gäste aus dem Oberkirchenrat, von anderen Archiven, aus dem beruflichen und persönlichen Umfeld von Norbert Haag waren gekommen. Wie es für eine kirchliche Einrichtung angemessen ist, wurde auch gesungen und es gab eine Andacht durch Oberkirchenrat Georg Eberhardt. Für eine stimmungsvolle musikalische Begleitung der Feier sorgte Kantor Leonhard Völlm. Grußworte sprachen der Direktor des Oberkirchenrats Stefan Werner, der Präsident des Baden-Württembergischen Landesarchivs Prof. Dr. Gerald Maier, die Leiterin des Landeskirchlichen Archivs Karlsruhe Mareike Ritter, die Leiterin des Diözesanarchivs Rottenburg-Stuttgart Frau Angela Erbacher, sowie Prof. Dr. Siegfried Hermle für den Verein der Württembergischen Kirchengeschichte.

Norbert Haag war 14 Jahre lang Leiter des Landeskirchlichen Archivs. Nach seinem Abitur studierte er Geschichte und evangelische Theologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Seine Promotion erlangte er daselbst für seine Dissertation über die lutherische Orthodoxie in Ulm von 1640-1740 (1989).  Im Anschluss absolvierte er die Ausbildung des Landesarchivs zum Höheren Archivdienst an der Archivschule Marburg. Ein Jahr lang war er im Anschluss bei Generallandesarchiv Karlsruhe tätig. Schon 1991 kam er zum Landeskirchlichen Archiv Stuttgart, dem er mehr als drei Jahrzehnte treu bleiben sollte. Als Prof. Dr. Hermann Ehmer im Jahr 2008 in den Ruhestand ging wurde er sein Nachfolger. Nebenberuflich schrieb er seine Habilitation über die geistlichen Fürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zwischen 1448 und 1648 (2013).  Er wurde zum außerplanmäßigen Professor der Universität Tübingen ernannt. Seit 2013  war er Leiter des Referats Archiv/Bibliothek/Dokumenten- und Wissensmanagement im Oberkirchenrat Stuttgart. Außerdem war er viele Jahre Vorsitzender des Vereins für Württembergische Kirchengeschichte.

Beim anschließenden Empfang hatten alle Anwesenden die Gelegenheit sich auszutauschen und Herrn Haag für die neue Lebensphase alles Gute zu wünschen.

Vortrag: Historische Quellen zur Pietà aus der Liebfrauenkirche in Lienzingen

13. Mai 2022 | | ,

Derzeit findet ein Projekt verschiedener Partner statt, um die Lienzinger Pietà wissenschaftlich aufzuarbeiten, konservatorisch zu sichern und sie in Form einer Replik wieder an ihrem originalen Platz in der Liebfrauenkirche in Mühlacker-Lienzingen aufzustellen. Die nahezu lebensgroße Lindenholzskulptur rückt dadurch nach langem Dornröschenschlaf in das öffentliche Interesse. Es liegen inzwischen Anfragen vor, sie auch in Ausstellungen in Karlsruhe und Paris zu zeigen. Seit April läuft zu dem Thema eine Vortragsreihe, die von der Volkshochschule Mühlacker veranstaltet wird. Die Vorträge finden in der historischen alten Kelter in Mühlacker statt, wo die Pietà auch ausgestellt wird. Direkt neben der Originalskulptur entsteht derzeit eine Kopie, die durch einen Bildhauer hergestellt wird. Die durch Bilderstürmerei der Reformationszeit stark beschädigte Skulptur (beide Köpfe fehlen) wird in der Kopie ergänzt.

Dr. des. Andreas Butz vom Landeskirchlichen Archiv wird im Rahmen der Vortragsreihe am 19. Mai die historischen Quellen zur Pietà, zur mittelalterlichen Kapelle und zur Wallfahrt und Marienverehrung vorstellen.

Das Programm der Vortragsreihe und Informationen zur Anmeldung erhalten Sie hier.

 

 

Beitragsbild: Ansicht von Lienzingen von Andreas Kieser, 1684. Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Bestellsignatur H 107/16 Bd 5 Bl. 9, Permalink http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-513372

Youtube-Kanal des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart

24. März 2022 | | , ,

Das Landeskirchliche Archiv verfügt inzwischen über die Möglichkeit bewegte Bilder auf einem eigenen Youtube-Kanal zu veröffentlichen. Bislang sind noch nicht viele Inhalte hinterlegt, aber es soll mehr folgen. Wir haben bereits einige Ideen. Denkbar sind Einführungen in Bestände, virtuelle Führungen, Dokumentation von Vorträgen und anderen Veranstaltungen, Veröffentlichung von historischem Filmmaterial aus unseren archivischen Beständen.

 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Buchvorstellung zur Biografie von Gotthilf Schenkel

18. März 2021 | |

Wir möchten auf eine Buchvorstellung am 19. März als Veranstaltung der Kirchengemeinde Oberesslingen hinweisen. Für das vorzustellende Buch ist auch in unserem Archiv recherchiert worden. Es geht um folgendes, im vergangenen Jahr erschienene Werk: Dr. Jörg Thierfelder, Hans Norbert Janowski, Günter Wagner: Gotthilf Schenkel. Pfarrer in Oberesslingen und SPD Mitglied. Vom religiösen Sozialisten zum Kultusminister.

Dass ein Pfarrer in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts SPD-Mitglied wurde, war nicht selbstverständlich. Nach ständigen Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und seinem Pfarrdienst am Rand der Landeskirche kam Gotthilf Schenkel 1947 als Pfarrer nach Oberesslingen. Von 1951 bis 1953 war er Kultusminister und blieb bis zu seinem Tod der direkt gewählte Abgeordnete Esslingens im Landtag. 2020 ist Schenkels Biographie erschienen. Ihr Titel „Kirche – Sozialismus – Demokratie“ nennt, wofür Gotthilf Schenkel eingetreten ist. Die Verfasser Dr. Jörg Thierfelder, Hans Norbert Janowski und Günter Wagner werden vor allem Einblicke in Schenkels Konflikte mit dem Nationalsozialismus und in sein Engagement in Esslingen bieten.

Freitag, 19. März 2021 19.30 bis 21.30 Uhr
Evangelische Martinskirche Oberesslingen
Online-Teilnahme: https://youtu.be/AKeXqsR4sl8

Feldpostbriefe des Karlshöher Diakons und Krankenpflegers Hans Röhm

27. Januar 2021 | |

Eine Lesung aus Feldpostbriefen (1940-1944) aus dem Bestand Landeskirchliches Archiv Stuttgart, L2 (Diakonenanstalt Karlshöhe), Nr. 6703 (Brüderakte Hans Röhm)im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart von Dorothea Besch und Sabine Tomas. Die Lesung wurde für den Tag der Archive des Jahres 2020 zusammengestellt.

Hans Röhm (1921-1944) Kurzbiografie und Einführung

Hans Röhm wurde am 25. August 1921 als 12. von 15 Kindern in Söhnstetten auf der Ostalb geboren (vgl. zu den biografischen Daten: LKAS, L 2, Nr. 6703, Personalakte Hans Röhm). Seine Eltern hatten einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, in dem er mithelfen musste. Nach Beendigung der Volksschule 1935 verbrachte er seine Zeit auf verschiedenen Bauernhöfen als „Schweizer Bursch“, als Melker und Knecht. Von Jugend auf wollte Hans Röhm Diakon werden. Daher bewarb er sich an der traditionsreichen „Brüder- und Kinderrettungsanstalt Karlshöhe in Ludwigsburg, die seit 1876 bestand. In dieser Anstalt konnten sich junge Männer als “Brüder“ bzw. Diakone zum „Hausvater“ für Waisenkinder ausbilden lassen. Für die angehenden Diakone war die Kinderrettungsanstalt ein praktisches Übungs- und Lernfeld. 1879 kam das Männerheim, ein Pflege- und Altenheim, hinzu. Hier wurden die Brüder respektive Diakone während ihrer Ausbildung zum Krankenpfleger eingesetzt.
Für Hans Röhm erfüllte sich sein Berufswunsch, als er die Ausbildung zum Krankenpfleger im Männerheim der Karlshöhe am 1. Dezember 1938 begann. Mit der Aufnahme in den Karlshöher Brüderverband im Januar 1939 war Hans Röhm Teil der diakonischen Gemeinschaft, denn die Aufnahme in den Karlshöher Brüderverband wurde als Auszeichnung verstanden. Der Brüderverband war nicht nur eine Arbeitsgemeinschaft, sondern verstand sich vor allem als eine geistliche Gemeinschaft, die „in der Liebe Jesu Christi ihre Wurzel und im Mutterhaus ihren Mittelpunkt hat“. Die glücklichen beruflichen Umstände änderten sich mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Hans Röhm wurde eingezogen und wurde in Frankreich als Sanitätsgefreiter eingesetzt. Im Oktober 1940 schrieb er den ersten Feldpostbrief aus den Vogesen an den Direktor der Karlshöhe, Fritz Mössner. Fritz Mössner unterhielt mit Soldatenrundbriefen regen Kontakt zu den Karlshöher Brüdern an der Front. Die Korrespondenz mit Hans Röhm zeichnet sich dadurch aus, dass von Röhm von 1940 bis zu seiner Verwundung im Oktober 1944 viele Briefe an Fritz Mössner erhalten sind. Die Briefe zeigen einen naiven jungen Mann, der die Rolle des nationalsozialistischen Deutschlands nicht reflektiert, sondern sich seinem Schicksal ergibt. Röhm macht sich zwar Gedanken über den „bösen Russenkrieg“ und erkennt die Sinnlosigkeit des Krieges, verfällt jedoch in nationalsozialistischen Sprachduktus, wenn er von den „Terrorfliegern“ in der Heimat schreibt. In der Heimat wartete Röhms Verlobte Frieda L. auf ihren Hans. Auch von ihr existieren mehrere Briefe an Fritz Mössner, die in einer Auswahl vorgestellt werden. Frieda war zwei Jahre jünger als Hans und wohnte in Stuttgart-Münster. Sie war das einzige Kind ihrer kranken Eltern, die sie pflegte. Vermutlich haben sich Hans Röhm und Frieda Lindauer 1943 oder auch erst 1944 kennengelernt. Von den vorliegenden Feldpostbriefen wurde für den Tag der Archive eine Auswahl getroffen, die die Kriegssituation besonders verdeutlichen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Tag der Offenen Tür gut besucht

9. März 2020 | |

Archiv und Zentralbibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg haben am vergangenen Samstag 7. März den bundesweiten Tag der Archive zum Anlass genommen, um ihre Pforten für ein breites Publikum zu öffnen und über Ihre Angebote zu informieren.

Das Interesse an dem dargebotenen Programm war groß. Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher kamen – teils aus Neugier, teils mit konkreten Fragen zu den Buch- und Archivbeständen oder zur Familienforschung.

Entsprechenden Andrang gab es bei den Führungen durch Archiv und Bibliothek sowie am Stand des Kirchenbuchportals Archion.  Eine Ausstellung präsentierte Quellen und Objekte zum Thema „Kommunikationsmedien in Zeiten von Krieg und Neubeginn“ und bei einer Lesung aus Feldpostbriefen konnte das Schicksal eines Diakons im zweiten Weltrieg nachverfolgt werden. Darüber hinaus wurden die digitalen Sammlungen der Bibliothek und das Internetportal „Württembergische Kirchengeschichte Online“ vorgestellt.

Auch die recht zahlreich erschienenen Kinder kamen auf ihre Kosten: Sie durften Papier marmorieren, in alter Schrift schreiben lernen oder den Stammbaum ihrer Familie zusammenstellen.

Allen Beteiligten hat dieser Tag Spaß gemacht.

Impressionen vom Tag der offenen Tür von Archiv und Zentralbibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Fotos: Landeskirchliches Archiv

Tag der offenen Tür

24. Februar 2020 | |

Archiv und Zentralbibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg laden am Samstag, 7. März 2020 zu einem Tag der offenen Tür ein.

Anlass ist der an diesem Wochenende bundesweit stattfindende Tag der Archive.

Das Programm steht unter dem Motto „Papierknappheit und Strahlenbrief. Kommunikation und Medien in Zeiten von Krieg und Neubeginn“.

Da sich in diesem Jahr das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal jährt, werden Medien zwischen 1939 und 1959 in einer Ausstellung mit dem Titel „Briefe, Plakate, Rundfunksendungen in Zeiten von Krieg und Neubeginn.“ genauer in den Blick genommen.
Desweiteren gibt es Führungen durch Archiv und Bibliothek und Informationen für Familienforscher durch das Kirchenbuchportal Archion. Vorgestellt werden darüber hinaus die digitalen Sammlungen der Bibliothek und das Internetportal „Württembergische Kirchengeschichte Online“.

Auch für Kinder ist ein Programm vorbereitet: Sie können selbst Papier marmorieren, in alter Schrift schreiben lernen oder den Stammbaum ihrer Familie zusammenstellen.

Wann: Samstag, 7. März 2020
13 – 17 Uhr

Wo: Archiv und Zentralbibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Balinger Str. 33/1
70567 Stuttgart-Möhringen

Infos: www.archiv.elk-wue.de
0711/2149-373
0711/2149-442

Kontakt: Andrea.Kittel@elk-wue.de

Titelbild: Letzter Tag der offenen Tür.

Neu in der Museumslandschaft Württembergs: Das Christbaumständermuseum in Lienzingen

10. Dezember 2019 | |

In Lienzingen ist in den letzten Monaten das wohl erste und einzige Museum für Christbaumständer weltweit entstanden. Ab Samstag, 23. November ist das kleine aber feine Museum jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen gibt es jeweils sonntags um 15 Uhr.

Zur Eröffnung am 22. November hat die Sammlerin Heidi Schwarz ihre Sammlung noch einmal symbolisch an Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider übergeben.

Zunächst werden in der Dauerausstellung im Fachwerkgebäude des ehemaligen Rathauses in der Friedenstraße rund 350 Christbaumständer zu sehen sein. Ab dem nächsten Jahr sollen Sonderausstellungen folgen, denn nicht für alle bestaunenswerten Objekte ist von Anfang an Platz. „Um so schöner ist es“, freut sich die zuständige Amtsleiterin Johanna Bächle, „dass wir die Besucher über Jahre mit immer wieder neuen Objekten werden überraschen können.“ Zum historischen Hintergrund können die Besucher des Museums auf Tablets an den Wänden nähere Informationen selbst aufrufen.

Nähere Informationen findet man auch auf Günter Bächles Weblog. Den Museumsflyer finden Sie hier.

Lienzingen ist ein Teilort von Mühlacker. Am kommenden Wochenende (Sa, 14.12.2019, 15:00 – 22:30 Uhr, So, 15.12.2019, 11:00  – 20:00 Uhr) finden dort wie jedes Jahr die sogenannten Weihnachts-Gaden statt, ein Weihnachtsmarkt in der historischen Kulisse der Lienzinger Kirchenburg.

Weihnachten – das Fest der Gaben

3. Dezember 2019 | |

Vom 29. November 2019 bis 31. Januar 2020 ist im Foyer des Dienstgebäudes des Evangelischen Oberkirchenrates in Stuttgart in der Gänsheide Straße 2 wieder eine neue Ausstellung zu sehen: 

Weihnachten – das Fest der Gaben

Weihnachten ist ein Fest des Schenkens und der Gaben. Jenseits des allgemein gebräuchlichen Konsums steht in der Ausstellung die eigentliche Botschaft von Weihnachten im Mittelpunkt: Gott schenkt uns seinen Sohn und damit sich selbst.

Beschenkt werden und Schenken gehören zusammen. In den bildlichen Darstellungen der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem sind es die Figuren der drei Könige, die dem „neuen König“ huldigen und ihre Gaben darbringen: Weihrauch, Myrrhe und Gold. Im Neuen Testament werden sie nicht als „Könige“ bezeichnet, auch gibt es keine Angabe über ihre Anzahl. Diese Angaben entstammen einer umfangreichen Legendenbildung, die im 3. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Seit dem 9. Jh. tragen sie die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar. In der christlichen Kunst des Mittelalters und der Renaissance entwickelten sich die drei Könige zu Repräsentanten der damals bekannten drei Erdteile Europa, Afrika und Asien. Damit soll betont werden: Die Geburt Jesus Christi ist ein Geschenk an alle Menschen, weltweit. Die Ausstellung spannt daher den Bogen weiter und zeigt Beispiele, wie Weihnachten in anderen Teilen der Welt gefeiert wird, etwa in Kamerun, in einer Schule in Südindien und in einem Flüchtlingslager in Nord-Kenia für Menschen aus dem Südsudan.

In der Mitte der Ausstellung steht eine prunkvoll geschnitzte Kiste, gefüllt mit Weihrauch –  ein Geschenk von Vertretern des Sultanats Oman an Landesbischof July, das anlässlich eines Besuchs im Jahr 2013 übereicht wurde. Wer etwas sehr Wertvolles gibt, zeigt Wertschätzung. Mittlerweile hat sich eine innige Beziehung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zum Oman entwickelt.  So wurde für Theologiestudierende aus Deutschland und dem Oman ein Austauschprogramm ins Leben gerufen. In dem islamischen Land herrscht Religionsfreiheit, Christen dürfen ungehindert Gottesdienste feiern und Kirchen bauen.

Die Weihrauchkiste ist ein Beleg für den symbolischen Gehalt von Gaben. Sie bezeugen den Wunsch nach freundschaftlichen und friedlichen Begegnungen – eine wesentliche Voraussetzung für Völkerverständigung und Ökumene.

Die Objekte stammen aus der Musealen Sammlung im Landeskirchlichen Archiv, von der Basler Mission Deutscher Zweig und vom Bischofsbüro.

14.11.2019 – Ausstellungseröffnung “Pflegen – Fördern – Da sein: 100 Jahre Evangelischer Verein Fellbach”

4. November 2019 | |

Das StadtMuseum Fellbach feiert das 100-jährige Bestehen des Evangelischen Vereins Fellbach e. V. mit einer Sonderausstellung. In einer Zeitreise geht es zurück zu den Anfängen von Kindererziehung und Krankenpflege im Fellbach des frühen 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung ist bis 31. März 2020 zu sehen.

Veranstaltungsort:
StadtMuseum Fellbach
Hintere Straße
70734 Fellbach

Veranstalter:
StadtMuseum Fellbach in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Verein Fellbach e. V.
Hintere Straße
70734 Fellbach

Den Ausstellungsflyer finden Sie hier: Ausstellung_EVF_Flyer

Tagung: 200 Jahre Korntal – Eine pietistische Gemeindegründung und ihr Umfeld

29. Oktober 2019 | |

Ansicht von Korntal in den Jahren nach der Gründung, 1820 Stadtmuseum Ludwigsburg

Vom 14. bis 16. November findet in der Stadthalle Korntal(Martin-Luther-Straße 32, 70825 Korntal-Münchingen) eine Tagung zum Thema 200 Jahre Korntal statt. Die Tagung wendet sich nicht nur an ein wissenschaftliches Publikum, sondern auch an die interessierte Öffentlichkeit. Die Veranstaltung ist kostenlos. Veranstalter ist das Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen in Kooperation mit der Stadt Korntal-Münchingen und der Brüdergemeinde Korntal. Die Vorträge und Diskussionen gehen den historischen Voraussetzungen des pietistischen Gemeindeexperiments Korntal und den Fragen seiner konkreten Umsetzung nach. Dabei werden auch kulturgeschichtliche Aspekte in den Blick genommen und über Korntal hinaus nach vergleichbaren religiösen Niederlassungen Ausschau gehalten. Den Flyer mit ausführlichem Tagungsprogramm finden Sie hier.

Die Ausstattung der Georgskirche in Sontheim an der Brenz

23. Oktober 2019 | | , ,

Am 9. Oktober hielt die Mitarbeiterin für die Kircheninventarisierung des Landeskirchlichen Archivs, Frau Dr. Anette Pelizaeus, einen gut besuchten Vortrag in der Georgskirche in Sontheim an der Brenz. Die Kirche wurde erst vor kurzem neu restauriert, so dass die Emporen- und Deckenmalereien nun wieder erheblich besser sichtbar sind und man Details erkennt, die vorher kaum mehr zu sehen waren.

Der Ort Sontheim an der Brenz war ursprünglich kirchliches Filial von Brenz, besaß also anfänglich keine eigene Kirche. Erst im Zuge der Reformation, und zwar, um genau zu sein, 1564 entstand eine eigene Pfarrei und im 17. Jahrhundert wurde eine erste Kirche mit quadratischem Turm errichtet. Dieser Turm wurde in den barocken Kirchenneubau von 1716 bis 1722 integriert. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurden die Emporen vergrößert und der Aufgang zu diesen nach außen verlegt.

Der Vortrag der Kunsthistorikerin hatte weniger die Baugeschichte der Pfarrkirche zum Inhalt als vielmehr die Ausstattungsstücke des 18. Jahrhunderts, zu denen der Altar, das Altarkreuz, die Kanzel, die Orgel zu zählen sind, aber insbesondere die Bemalungen der Emporenbrüstungen und die Deckenmalereien, geschaffen von Gottfried Ensslin aus Heidenheim, hervortreten, da sie von hoher künstlerischer Qualität sind. Alle Malereien haben biblische Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zum Thema, die drei Medaillons der Emporenbrüstungen zeigen auf der Westseite die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor, das Pfingstwunder und den auferstandenen Christus und auf der gegenüberliegenden Seite die Taufe Christi, das Hl. Abendmahl und die Doppelszene mit Mose auf dem Berge Sinai und Christus am Kreuz auf Golgota. Die drei Deckengemälde haben die Trinität, die Auferstehung und Himmelfahrt Christi zum Thema. Zum besseren Verständnis der Darstellungen wurden Im Vortrag jeweils die biblischen Szenen aus der Bibel vorgetragen und dann die Beschreibungen angeschlossen, so dass die Bildwerke theologisch und kunsthistorisch betrachtet und erschlossen werden konnten.

 

Vortrag über Gächingen im 17. Jahrhundert

24. September 2019 | |

Der Mitarbeiter des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart Dr. Bertram Fink hält im Rahmen des Festwochenendes der evangelischen Kirchengemeinde Gächingen (400 Jahre St. Georgskirche Gächingen) einen Vortrag mit dem Titel “Gächingen im 17. Jahrhundert. Dreißigjähriger Krieg und Wiederaufbau”. Der Dreißigjährige Krieg war besonders für Württemberg eine Katastrophe mit gravierenden demographischen und ökonomischen Folgen. Der promovierte Historiker und Diplom-Archivar versucht das zeitgenössische Szenario in seinem Vortrag auf lokaler Ebene nachzuzeichnen. Der historische Vortrag findet um 16.00 im Rahmen des Festprogramms statt.

Theodor Dipper und der Freudenstädter Kreis – das verborgene Herz der Bekennenden Kirche im württembergischen Kirchenkampf

5. August 2019 | | ,

In diesem Sommer jährt sich der Todestag Theodor Dippers (1903-1969) zum 50. Mal. Dies nimmt der Freudenstädter Kreis zum Anlass, seine über 90 Jahre sorgsam gesammelten und bewahrten Unterlagen an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart zu übergeben. Dieser Bestand wird den Bestand zur Bekenntnisgemeinschaft/ Theodor Dipper (D 31) , der sich bereits im Landeskirchlichen Archiv befindet und mit einem auch online recherchierbaren Findmittel erschlossen ist, gut ergänzen.

Das Landeskirchliche Archiv Stuttgart lädt vor diesem Hintergrund zu einem Vortrag in seinem Räumlichkeiten am Freitag den 20. September um 18:30 Uhr ein. Anmeldungen bitte bis zum 16.09.2019 an E-Mail: Gudrun.Dengel@elk-wue.de oder Tel. 0711-2149 212.

Theodor Dipper (1903-1969). Landeskirchliches Archiv, Bildersammlung Nr. 5217.

Der Freudenstädter Kreis wurde 1927 von Theodor Dipper und seinen Freunden als kirchliche Bruderschaft und theologische Arbeitsgemeinschaft gegründet. Anfangs nur aus einem knappen Dutzend Pfarrern bestehend, hatte diese Gemeinschaft persönliche Weggemeinschaft und kirchlich-theologisches Arbeiten zum Ziel. Sie wurde zum Rückzugsort und Kraftzentrum für diese Männer, die ab 1934 in der Bekenntnisgemeinschaft den Widerstand gegen den Einfluss der Deutschen Christen bzw. des NS-Staates in der Württembergischen Landeskirche maßgeblich trugen.

Die Pfarrerin und Historikerin Dr. Karin Oehlmann wird einen ersten Einblick in diesen faszinierenden Aktenbestand geben und dieses bislang weitestgehend unbekannte Kapitel der Gründungsgeschichte von „Evangelium und Kirche“ erzählen.

 Nach dem Vortrag haben Sie die Möglichkeit, sich bei einem Stehempfang auszutauschen.

Veranstaltungen im Gedenkjahr zum 100. Todestag von Christoph Blumhardt

19. Juni 2019 | |

Christoph Blumhardt. Landeskirchliches Archiv, Bildnissammlung.

Christoph Blumhardt, der engagierte Prediger, Politiker und Pazifist aus Bad Boll, verstarb vor 100 Jahren, am 2. August 1919. Die Blumhardt Sozietät lädt aus Anlass des Gedenkjahres zu einer Veranstaltungsreihe zum 100. Todestag ein. Informationen zu den Veranstaltungen, Ortsangaben sowie Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier. Das Programm, welches am 20. Juni 2019 beginnt, beinhaltet Vorträge, Lesungen, Konzerte, ein Symposium im Stuttgarter Landtag und anderes mehr.

Veranstaltungs-Flyer zum Download:

Blumhardt-Sozietät_Veranstaltungen_2019(1)

Deutsche Waldenservereinigung lädt zum Fest der Begegnung am 1. Mai in Ötisheim-Schönenberg

30. April 2019 | | ,

Eine Besonderheit der württembergischen Kirchengeschichte ist die Integration der waldensischen und hugenottischen Flüchtlinge aus dem südwestlichen Alpenraum, die aufgrund einer Glaubensverfolgung 1699/1700 verschiedene Ansiedlungen in Württemberg gründen durften, wie Großvillars, Sengach, Pinache, Perouse, Schönenberg, Serres, Kleinvillars, Wurmberg-Lucerne. Von 1699 bis zum Jahr ihrer Eingliederung in die Landeskirche 1823 bestanden sie als französischsprachige reformierte Minderheit in Württemberg. Eine ganze Reihe von französischsprachigen Kirchenbüchern im Landeskirchlichen Archiv gibt davon Zeugnis (vgl. als Beispiel das Beitragsbild mit einer Seite aus dem Taufregister von Großvillars von 1700). Die deutsche Waldenservereinigung lädt zu einem Begegnungsfest in Schönenberg, wo das Museum an diesem Tag ganztägig geöffnet sein wird.

 

200 Jahre Korntal. Eröffnung eines neuen Museums

25. Februar 2019 | | ,

In diesem Jahr feiert der Ort Korntal, der sich an Stuttgarts nordwestlicher Peripherie befindet, sein 200jähriges Jubliäum. Diese späte Ortsgründung wurde den württembergischen Pietisten im Jahr 1819 vom württembergischen König gewährt. In den Jahren davor waren zahlreiche pietistische Gruppen aus Württemberg ausgewandert, um ihren Glauben leben zu können, zum Beispiel nach Südrussland. Zunächst 68 Familien der Brüdergemeinde ließen sich in dem Ort nieder. Erst ab 1871 durften auch Nichtmitglieder in dem pietistischen Gemeinwesen leben. Die Brüdergemeinde hat anlässlich des Jubliäumsjahr ein Museum eröffnet, um die Geschichte Korntals museal dazustellen. Weitere Jubliäumsaktivitäten werden über das Jahr hinweg folgen. Näheres zu Öffnungszeiten und Inhalten des neuen Museum Zeit.Raum entnehmen Sie dem Internetauftritt des Museums und dem ausführlichen Beitrag der Ludwigsburger Kreiszeitung.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

 

Mecklenburger und Württemberger im Heiligen Land

20. Februar 2019 | | ,

Die Bedeutung der Württemberger für den Kulturellen Wandel Palästinas in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem beginnenden 20. Jahrhundert ist durch wissenschaftliche und populäre Veröffentlichungen, sowie durch Ausstellungen und Tagungen schon oft thematisiert worden. Hier ist zum Beispiel an die Tempelgesellschaft oder an das Syrische Waisenhaus zu denken, beides württembergisch dominierte Unternehmungen. Unser Mitarbeiter Dr. Jakob Eisler hat anhand von Quellen des Landeskirchlichen Archivs allerdings auch auf die Bedeutung einiger Mecklenburger für die damals dynamische Entwicklung Palästinas hingewiesen, etwa auf den Mecklenburger Andreas Struve, der am Gestade der Haifaer Bucht eine Seifenfabrik begründete, die etwa die nach Europa und in die Vereinigten Staaten exportierte Carmel-Seife aus Olivenöl produzierte. Der württembergische Beitrag wird aber in der Ausstellung auch gewürdigt. Vielleicht finden ja einige urlaubende Württemberger den Weg in die von unserem Haus konzipierte Ausstellung „Mecklenburger im Heiligen Land“, denn sie wird in Röbel direkt am Müritzer See gezeigt, einem beliebten Urlaubsgebiet, das auch von württembergischen Gästen gerne besucht wird. Die Ausstellungslokalität Engelscher Hof bietet sogar Übernachtungsmöglichkeiten an, und die Ausstellung wird bis zum Sommer, genauer bis zum 28. Juli gezeigt.

Ausstellung: Von der Alten Kanzlei zur Gänsheide. Dienstgebäude des Evangelischen Oberkirchenrats Stuttgart

6. Februar 2019 | | ,

Die Ausstellung ist ab 1. Februar im Foyer des Evangelischen Oberkirchenrates in der Gänsheidestraße 4 in Stuttgart zu sehen. Das Foyer ist Montags bis Donnerstags bis 16.00 und Freitags bis 13.00 öffentlich zugänglich.

Die Schau beschäftigt sich mit den verschiedenen Dienstsitzen des Evangelischen Oberkirchenrats. Der erste befand sich in der Alten Kanzlei beim Schloss in Stuttgart, wo bis 1750 die Zentralbehörden des Herzogtums Württemberg untergebracht waren. Im 18. Jahrhundert mehrten sich die Klagen über Raummangel, Akten mussten an verschiedenen Standorten provisorisch untergebracht werden. Die Situation wurde auch danach nicht besser. Im 19. Jahrhundert galt die Kirchenleitung nur noch als Anhängsel der Staatsverwaltung und wurde bei der Raumverteilung nachrangig behandelt. In dieser Zeit gab es mehrere Umzüge und Notlösungen. 1901 war der Saal der Registratur so überfüllt, dass sich der Fußboden bog. Manche Oberkirchenräte teilten sich ein Zimmer oder mussten gar im Sitzungssaal arbeiten. Der Einzug in das ehemalige Hauptpostamtsgebäude am Alten Postplatz im Jahr 1921 versprach endlich eine Verbesserung. Dennoch spielte man 1930 mit dem Gedanken, einen Neubau für die eigenen Anforderungen zu wagen. Vorsorglich wurde damals das Haidle’sche Gelände auf der Stuttgarter Gänsheide erworben. Kriegsbedingt folgten ab 1943 jedoch weitere Notbehelfe, die auch noch lange nach dem Krieg bestanden. Erst 1957 wurde auf der Gänsheide ein eigenes Dienstgebäude gebaut, das 1988 mit einem Erweiterungsbau versehen wurde – die aktuellen Räumlichkeiten des Evangelischen Oberkirchenrats.
Die Ausstellung zeigt Pläne, Fotografien und Zeitdokumente aus der bewegten Geschichte der Suche nach adäquatem Raum für die Kirchenleitung und ihre Verwaltung.