Artikel in Nachlass

Nachlass Martin Hermann

16. September 2019 | | ,

Als Reaktion auf unseren Aufruf zur Übernahme von historischen Unterlagen in Privatbesitz  fand u.a. der Nachlass von Martin Hermann im Juni 2019 seinen Weg ins Landeskirchliche Archiv und wurde unter der Signatur LKAS, D 101 verzeichnet.

Martin Hermann wurde am 6. April 1927 in Schlat als Sohn des Pfarrers Johannes Hermann geboren und verstarb am 23. Juni 2000 in Bad Cannstatt. Seine erste theologische Dienstprüfung legte er 1952, die zweite 1954 ab. Ab 1959 war er als Pfarrer an der Auferstehungskirche II, die 1965 in Kreuzkirche umbenannt wurde, tätig bis er 1992 in den Ruhestand trat.

In der 8. Landessynode (1972-1977) war er als 1. Ersatzmitglied des Wahlbezirks Ludwigsburg-Marbach aufgestellt, in der 9. Landessynode (1978-1983) als Mitglied. Ab 1978 war er stellvertretendes Mitglied des Landeskirchenausschusses. In der 11. Landessynode (1990-1995) Vorsitzender des Theologischen Ausschusses, ab 1991 1. Stellvertretendes Mitglied der EKD-Synode und ab 1992 Vorsitzender des Ad-hoc-Ausschusses „Feministische Theologie“.

Durch seine Stellung im Theologischen Ausschuss steht er in der Tradition seines Großvaters des Stuttgarter Prälaten Theodor von Hermann, der maßgeblich am Gesangbuch 1910 beteiligt war und seines Onkels Dekan Theodor Hermann jun. in Esslingen, der als Vorsitzender des Theologischen Ausschusses das Gesangbuch von 1953 in der Synode eingebracht hatte.

Der Bestand umfasst Schriftgut, das im Zusammenhang mit Hermanns Tätigkeit in der Gesangbuchkommission entstanden war. Es handelt sich hierbei um zumeist undatierte Handakten, die allerdings im Wesentlichen in der Zeit zwischen 1990 und 1995 entstanden sein dürften.

Nachlass Alexander Friedrich und Helene Weitbrecht

4. September 2019 | | ,

Als Reaktion auf unseren Aufruf zur Übernahme von historischen Unterlagen in Privatbesitz  fand u.a. der Nachlass von Alexander Friedrich und Helene Weitbrecht im Juni und Juli 2019 seinen Weg ins Landeskirchliche Archiv und wurde unter der Signatur LKAS, D 100 verzeichnet.

Alexander Friedrich Weitbrecht wurde am 11.04.1864 in Basel als Sohn von Theodor Friedrich Weitbrecht, dem späteren Dekan von Heilbronn, geboren. Er war vom 01.10.1888 bis 18.07.1890 Vikar in Fellbach, vom 05.11.1890 bis 17.02.1891 Pfarrverweser in Uhlbach, vom 18.02.1891 bis 02.06.1891 in Kohlberg, vom 03.06.1891 bis 08.12.1891 in Amstetten, vom 09.12.1891 bis 08.02.1892 in Obergröningen, vom 09.02.1892 bis 16.06.1898 Pfarrer in Schopfloch (Dekanat Kirchheim unter Teck), vom 17.06.1898 bis 07.04.1908 in Ochsenbach und vom 08.04.1908 bis 1926 in Erdmannshausen. Zuletzt lebte er in Stuttgart-Weilimdort. Er starb am 03.01.1939 in Stuttgart.

Er heiratete am 27.10.1892 Elisa Helene Griesinger (* 25.04.1868, + 28.01.1936), mit der er zwei Söhne (* 1895 und 1901) und vier Töchter (* 1897, 1899, 1903 und 1905) hatte.

Beide sollen laut Aussage seiner jüngsten Enkelin Erika Fezer, die uns der Nachlass übergeben hat, eng mit dem Pietismus, speziell der Michael Hahn’sche Gemeinschaft verbunden gewesen sein.

Der Bestand umfasst neben Zeugnissen und Urkunden zu Alexander Weitbrecht auch einige wenige persönliche Unterlagen. Als erstes dürften die Memoranda und die „Reichsgotteskasse“ Einblick in die Persönlichkeit von Weitbrecht geben. Der Bestand ist damit eine sinnvolle Ergänzung zur Personalakte von Weitbrecht (LKAS, A 127, Nr. 2422).

Eher selten in Pfarrernachlässen und deshalb in diesem Bestand umso interessanter sind die Unterlagen von Helene Griesinger. Neben einem (lückenhaften) Tagebuch sind sechs Bände mit Bibelauslegungen zu finden, die aus der Zeit vor ihrer Hochzeit mit Weitbrecht stammen. Diese ermöglichen einen seltenen Einblick in die Persönlichkeit einer (angehenden) Pfarrersfrau.

Einblicke in die Persönlichkeit und die religiöse Haltung des Pfarrerehepaars und ihrer Verwandten können auch die Korrespondenz zwischen dem Ehepaar und dem (Schwieger-)Vater sowie einige Grabreden und Predigten bieten, die im Bestand überliefert sind.

Zur Familie Weitbrecht siehe de.wikipedia.org/wiki/Weitbrecht_(Unternehmerfamilie) und die dort angegeben Literatur.