Artikel in Restaurierung

Kein Job für schwache Nerven

14. April 2020 | | , ,

Der Beruf eines Archivars/einer Archivarin klingt im Allgemeinen eher unaufgeregt. Allenfalls die „Einholung” scheint etwas Abwechslung zu bieten, wenn Archivare unterwegs sind und Archivgut von Dachböden holen und in das Archivmagazin transportieren. Hier kann man sich vorstellen, dass die Gefahr von Schimmelsporen und Viren allgegenwärtig ist. Aber auch die „Verzeichnung” sorgt immer wieder für Überraschungen. Hier sichtet der Archivar/die Archivarin das in das Magazin oder einen gesonderten Raum verbrachte, eingeholte Archivgut, gibt ihm Namen und Nummern und verpackt es säurefrei, damit es der Nachwelt noch lange erhalten bleiben kann. Eine böse Überraschung lauerte in einer Akte des Bestands „Ulmer Münsterbauhütte”. Bei Sichtung dieser Akte wurde ein starker Teergeruch deutlich, schnell stand fest, woher dieser kam: Zwischen den Seiten des Schriftverkehrs hatten vermutlich ehemalige Mitarbeiter des Münsterbauamts sogenannte Asphaltpappe gelegt, Musterbeispiele für Dachplatten. Die Akte beschäftigt sich mit dem Neubau einer transportablen Notkirche und der Martinskirche in Ulm, für die die Musterbeispiele allem Anschein nach bestimmt waren. Der Aufregungsherd selbst konnte schnell beseitigt werden und die betroffene Archivarin wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren.

LKA, Ulm Münsterbauhütte, 606

Das Landeskirchliche Archiv Stuttgart spendet Atemschutzmasken

31. März 2020 | |

Das Landeskirchliche Archiv hat seine vorhandenen 40 Atemschutzmasken der Stabsstelle Bürgerliches Engagement der Stadt Stuttgart, welche diese gegenwärtig in der Corona-Krise zentral sammelt und an Arztpraxen verteilt, übergeben.

Warum verfügen Archive aber überhaupt über solche in der gegenwärtigen Zeit so wichtigen und kaum verfügbaren Schutzmasken?

Archiv und Bibliothek der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sind als landeskirchliche Einrichtungen zuständig für Archiv- und Bibliotheksgut aller kirchlichen Dienststellen, Werke, Einrichtungen und Vereine innerhalb der Landeskirche.

Da solche Stellen, insbesondere die Pfarrämter in der Regel nicht die räumlichen, personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen haben, ein eigenes Archiv zu unterhalten, bietet das Landeskirchliche Archiv die Möglichkeit, diese Archive zentral zu verwahren und zu verwalten. Der physische Zustand der einzuholenden Archive vor Ort ist unterschiedlich; nahezu bei jedem der Archive ist allerdings aufgrund der schlechten Lagerungsbedingungen mit mikrobiell kontaminiertem Material zu rechnen, und somit auch mit einer potenziellen Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter/innen, die mit der Aufgabe betraut sind, das Archiv- und Bibliotheksgut zu sichten und in das Landeskirchliche Archiv zu verbringen.

Eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung kann sich durch sensibilisierende oder toxische, aber auch durch infektiöse Wirkungen der Schimmelpilze und Bakterien ergeben.

Eine gesundheitliche Gefährdung kann zudem vom Hantavirus ausgehen, der sich über Mäuse- und Rattenkot und –urin überträgt.

Daher tragen unsere Mitarbeitenden v.a. bei Außendiensten geeignete Schutzhandschuhe nach DIN EN 455, partikelfiltrierende Schutzmasken FFP 2 bzw. FFP 3, eine Schutzbrille sowie Schutzkleidung.